Braucht der Landesbetrieb Straßenbau.NRW Fehlentscheidungen der Landesregierung? Meine Arbeit im Parlament: Kleine Anfrage Nr. 2107 (Drucksache 17/​5271)

Der Lan­des­be­trieb Stra­ßen­bau Nord­rhein-West­fa­len, kurz Straßen.NRW, ist als Stra­ßen­bau­ver­wal­tung ver­ant­wort­lich für die Pla­nung, den Bau und den Betrieb des über­ört­li­chen Stra­ßen­net­zes in Nord­rhein-West­fa­len (NRW) und wur­de zum 1. Janu­ar 2001 gegrün­det. Er gehört zum Minis­te­ri­um für Ver­kehr des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len und ist als Lan­des­be­trieb ein recht­lich unselb­stän­di­ger Teil der Lan­des­ver­wal­tung. Ins­ge­samt betreut Straßen.NRW rund 2.250 km Auto­bah­nen (BAB), 4.440 km Bun­des­stra­ßen und 13.100 km Lan­des­stra­ßen, aber auch rund 1.000 km Kreis­stra­ßen und rund 14.000 Bau­wer­ke (Brü­cken, Tun­nel und Ver­kehrs­zei­chen­brü­cken).

Der Lan­des­be­trieb steht vor einem hoch anspruchs­vol­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess. Denn die Rea­li­sie­rung der Reform der Bun­des­fern­stra­ßen­ver­wal­tung bis 2021 setzt vor­aus, dass der Lan­des­be­trieb rund 2.500 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter an die Auto­bahn GmbH des Bun­des bzw. das Fern­stra­ßen-Bun­des­amt abgibt. Wei­ter­hin müs­sen die Bun­des­au­to­bah­nen aus der Auf­trags­ver­wal­tung des Lan­des bzw. des Lan­des­be­trie­bes her­aus­ge­löst wer­den. Ab 01.01.2021 liegt die Zustän­dig­keit der Auf­ga­ben­wahr­neh­mung beim Bund. Dar­über hin­aus muss gewähr­leis­tet sein, dass die erfor­der­li­chen Instand­hal­tungs- und Bau­ar­bei­ten am über­ge­ord­ne­ten Stra­ßen­netz Nord­rhein-West­fa­lens auch wäh­rend die­ses Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses unge­hin­dert und unein­ge­schränkt wei­ter­lau­fen.

Bis zum Jahr 2014 ver­füg­te der Lan­des­be­trieb Straßenbau.NRW über drei Geschäfts­füh­rer, bei einem Jah­res­um­satz von 952 Mio. € (2014). Die Bun­des­mit­tel für das Jahr 2013 konn­ten nicht zu 100% ver­baut wer­den und muss­ten zurück­ge­ge­ben wer­den (ca. 4,5%). Ab August 2015 ver­fügt der Lan­des­be­trieb Straßenbau.NRW über ledig­lich eine Direk­to­rin, bei einem aktu­el­len Jah­res­um­satz von 1,4 Mrd. €. Zudem haben alle Frak­tio­nen des Land­tags in der jüngs­ten Debat­te am 20. Febru­ar 2019 die Arbeit des Lan­des­be­triebs Stra­ßen, sei­ner Lei­tung, wie sei­ner Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, umfas­send gelobt.

Vor die­sem Hin­ter­grund bit­ten wir die Lan­des­re­gie­rung um die Beant­wor­tung fol­gen­der Fra­gen:

  1. War­um wird eine zusätz­li­che gleich­ran­gi­ge Geschäfts­füh­rer­stel­le mit Ver­gü­tung B6 geschaf­fen, wenn der Lan­des­be­trieb Straßenbau.NRW abseh­bar 2.500 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter weni­ger hat?
  2. Was kos­tet die­se zusätz­li­che Stel­le den Steu­er­zah­ler pro Jahr?
  3. Wel­che Auf­ga­ben soll die zusätz­li­che Lei­tungs­per­son dezi­diert haben?
  4. Über wel­che ein­schlä­gi­gen fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen ver­fügt die­se?
  5. War­um wird die seit 2015 aner­kann­te effek­ti­ve und effi­zi­en­te Lei­tung des Lan­des­be­triebs mit die­ser Ent­schei­dung aufs Spiel gesetzt?

Jochen Ott
Cars­ten Löcker

Anla­ge: Klei­ne Anfra­ge Nr. 2107 Löcker/​Ott