Wenig Licht, viel Schatten – Pläne der Landesregierung zur KiBiz-Reform reichen nicht aus

Die am Mitt­woch (10. Juli) im Land­tag dis­ku­tier­ten Plä­ne der Lan­des­re­gie­rung für ein neu­es Kita-Gesetz ent­hal­ten aus Sicht der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) nicht die pas­sen­den Maß­nah­men, um den Fach­kräf­te­man­gel zu been­den und die von ver.di gefor­der­te Aus­bil­dungs­of­fen­si­ve ein­zu­lei­ten.

Vie­le Punk­te des Geset­zes gehen in die rich­ti­ge Rich­tung, um die früh­kind­li­che Bil­dung für die Kin­der aber auch die Rah­men­be­din­gun­gen für die Beschäf­tig­ten in den Kitas zu ver­bes­sern. Trotz­dem sehen wir noch gro­ße Lücken“, bemän­gelt Lan­des­be­zirks­lei­te­rin Gabrie­le Schmidt die For­de­run­gen der Lan­des­re­gie­rung. „Der Geset­zes­ent­wurf reicht in der aktu­el­len Form nicht aus, um die bis­he­ri­ge Unter­fi­nan­zie­rung aus­zu­glei­chen und die zukünf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen zu lösen. Außer­dem wird er der not­wen­di­gen Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen der Kin­der­ta­ges­stät­ten in NRW nicht gerecht.“

Die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) for­dert für den Bereich der Kin­der­ta­ges­stät­ten seit Jah­ren einen ver­bind­li­chen Fach­kraft-Kind-Schlüs­sel, min­des­tens nach den Emp­feh­lun­gen der OECD. Dafür müss­ten die Finanz­mit­tel aber noch wei­ter erhöht wer­den.

Die schlech­ten Arbeits­be­din­gun­gen sowie die unzu­rei­chen­de Ver­gü­tung der Kita­be­schäf­tig­ten sei­en aus­schlag­ge­bend dafür, dass das Pro­blem des Nach­wuchs­man­gels in die­sem Bereich wei­ter­hin unge­löst sei. Trotz­dem müs­se der Blick nicht nur auf die Akti­vie­rung neu­er Fach­kräf­te gelegt wer­den, son­dern auch dar­auf, Beschäf­ti­ge im Beruf zu hal­ten: „Vie­le Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen gehen nach der Aus­bil­dung noch einen Schritt wei­ter und set­zen ihren Bil­dungs­weg mit einem Stu­di­um fort. Ande­re gehen früh­zei­tig in Ren­te oder arbei­ten auf­grund der hohen kör­per­li­chen Belas­tung nur noch in Teil­zeit – die Fluk­tua­ti­on ist groß und ein Sym­bol der teil­wei­se fata­len Bedin­gun­gen“, so Schmidt. Eine Ver­bes­se­rung kön­ne laut ver.di nur über fest­ge­leg­te gesetz­li­che Min­dest­stan­dards und einen Fach­kraft-Kind-Schlüs­sel erzielt wer­den.

Wenn wir jetzt noch dazu über­ge­hen, die Öff­nungs­zei­ten wei­ter aus­zu­bau­en und zu fle­xi­bi­li­sie­ren, wird die bereits bestehen­de Pro­ble­ma­tik nur ver­schlim­mert. Mit dem Ein­satz von Tages­müt­tern in den Rand­zei­ten wird die Bin­dung zwi­schen Kind und Bezugs­per­son erschwert“, ergänz­te Schmidt. Wenn man zusätz­lich noch dazu über­gin­ge päd­ago­gisch inter­es­sier­te Per­so­nen ein­zu­stel­len, wür­de die indi­rek­te Steue­rung der Dequa­li­fi­zie­rung des Beru­fes noch wei­ter ver­stärkt.

Die am Diens­tag von einem Akti­ons­bünd­nis vor dem Land­tag über­ge­be­nen 80.000 Unter­schrif­ten gegen die Refor­men sei­en ein kla­res Signal, das die For­de­rung der Gewerk­schaft unter­strei­che.

Das Ziel der Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf gilt auch für Beschäf­tig­te der Kitas! Wir for­dern des­halb kla­re gesetz­li­che Rege­lun­gen zur Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen“, so Schmidt abschlie­ßend.