Sicherheit und Vertrauen in der Corona-Krise – Sozialschutzpaket III

Kern­bot­schaf­ten

∙ Die Coro­na-Pan­de­mie ist noch lan­ge nicht vor­bei – und die sozia­len und wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen wer­den wir noch län­ger spü­ren.

∙ Wir behal­ten die gesam­te Gesell­schaft im Blick und bie­ten wei­ter­hin Sicher­heit und Schutz in der Kri­se, etwa mit der ver­ein­fach­ten Grund­si­che­rung.

∙ Wer hil­fe­be­dürf­tig ist, muss sich auch wei­ter­hin auf den Sozi­al­staat ver­las­sen kön­nen – ganz beson­ders auch bei den durch die lan­ge Dau­er der Pan­de­mie anfal­len­den zusätz­li­chen Kos­ten.

Die Coro­na-Pan­de­mie ist eine mas­si­ve Belas­tung für alle. Mit Wirt­schafts­hil­fen, ein­fach zugäng­li­chen Sozi­al­leis­tun­gen und Kurz­ar­bei­ter­geld ist es gelun­gen, der Kri­se die Stirn zu bie­ten und Här­ten abzu­fe­dern. Doch ange­sichts von Muta­tio­nen des Coro­na-Virus und der Per­spek­ti­ve, dass vie­le erst zum Som­mer ein Impf­an­ge­bot bekom­men kön­nen, ist die Wahr­schein­lich­keit hoch, dass die Pan­de­mie nicht so bald zu Ende ist. Des­halb sichern wir sozia­le Dienst­leis­ter für die Dau­er der pan­de­mi­schen Lage wei­ter ab (SodEG). Doch auch nach der Pan­de­mie wer­den uns ihre Fol­gen noch eine gan­ze Wei­le beschäf­ti­gen. Des­halb wird der erleich­ter­te Zugang zur Grund­si­che­rung bis Ende des Jah­res ver­län­gert. Wer wenig finan­zi­el­len Spiel­raum hat und sozia­le Unter­stüt­zung braucht – Grund­si­che­rung, Sozi­al­hil­fe oder Asyl­be­wer­ber­leis­tun­gen, bekommt wegen der zusätz­li­chen Aus­ga­ben auf­grund der Pan­de­mie einen ein­ma­li­gen Coro­na-Zuschuss. Auch für zum Home­schoo­ling nöti­ge digi­ta­le Gerä­te wird in der Grund­si­che­rung eine Über­nah­me von Kos­ten gewährt. Wir sor­gen außer­dem dafür, dass Kul­tur­schaf­fen­de auch bei aus­blei­ben­den Ein­nah­men nicht die Absi­che­rung über die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung ver­lie­ren. All das wol­len wir mit einem drit­ten Sozi­al­schutz­pa­ket jetzt schnell umset­zen, damit es zum 1. April 2021 gilt.

Ein­fa­cher Zugang zur Grund­si­che­rung

Coro­na hin­ter­lässt Spu­ren. Ins­be­son­de­re bei (Solo-)Selbstständigen, Kul­tur­schaf­fen­den oder Men­schen, die für gerin­ge Löh­ne arbei­ten, kann es dadurch finan­zi­ell eng wer­den. Gera­de weil die Pan­de­mie so lan­ge anhält, wol­len wir die­sen Men­schen mit dem ein­fa­chen Zugang zu den Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung ein trag­fä­hi­ges Sicher­heits­netz bie­ten. Dar­um wird der erleich­te­re Zugang in die Grund­si­che­rung bis zum 31.Dezember 2021 ver­län­gert. Damit stel­len wir sicher, dass nie­mand pan­de­mie­be­dingt sei­ne Woh­nung auf­ge­ben muss oder das, was etwa für das Alter zurück­ge­legt ist. Auch Betriebs­ver­mö­gen, das nach der Pan­de­mie für einen Neu­start drin­gend benö­tigt wird, muss nicht ange­tas­tet wer­den. Es wird daher eben­so wenig wie selbst­ge­nutz­te Immo­bi­li­en und Alters­vor­sor­ge Pro­duk­te als Ver­mö­gen berück­sich­tigt.

Coro­na-Zuschuss und Hil­fen für Fami­li­en

Dass uns die Kri­se nun schon so lan­ge im Griff hält, hat auch zur Fol­ge, dass etwa durch den aktu­ell lang andau­ern­den Lock­down im All­tag auch höhe­re Aus­ga­ben ent­ste­hen: So müs­sen Schnell­tests bezahlt wer­den, um Ange­hö­ri­ge besu­chen zu kön­nen, eben­so wie Hygie­ne-Arti­kel oder zusätz­li­che Mahl­zei­ten zuhau­se, die wegen Schlie­ßung von Schu­len und Ein­rich­tun­gen gekocht wer­den müs­sen. Um dies stem­men zu kön­nen, sol­len Erwach­se­ne, die exis­tenz sichern­de Leis­tun­gen bezie­hen (Arbeits­lo­sen­geld II, Sozi­al­hil­fe, Asyl­be­wer­ber­leis­tun­gen oder Leis­tun­gen aus dem sozia­len Ent­schä­di­gungs­recht) im 1. Halb­jahr 2021 pau­schal ein­ma­lig einen Coro­na-Zuschuss in Höhe von 150 Euro erhal­ten. Wer Leis­tun­gen aus dem SGB II bezieht, wird dar­über hin­aus ein Schrei­ben der Kran­ken­kas­se bekom­men und sich damit kos­ten­frei zehn FFP2-Schutz­mas­ken in der Apo­the­ke abho­len kön­nen.

Beson­ders Fami­li­en sind vom Lock­down betrof­fen – gera­de wenn sie wenig ver­die­nen. Durch das Home­schoo­ling steigt die Strom­rech­nung, auch der Ver­brauch an Schreib­wa­ren. Vie­le Fami­li­en, die sowie­so knapp bei Kas­se sind, sind damit finan­zi­ell über­for­dert, sie ver­fü­gen in der Regel nicht über Reser­ven, um unvor­her­seh­ba­re Mehr­aus­ga­ben über län­ge­re Zeit zu finan­zie­ren. Dar­um soll wie schon im Jahr 2020 einen Kin­der­bo­nus geben. Die­ser wird in Höhe von 150 Euro je Kind mit dem Kin­der­geld gezahlt. Die­ser Kin­der­bo­nus kommt auch hil­fe­be­dürf­ti­gen Fami­li­en zugu­te, weil er bei Sozi­al­leis­tun­gen nicht als Ein­kom­men berück­sich­tigt wird. Aller­dings wird er für Hoch­ver­die­nen­de wie der steu­er­li­che Kin­der­frei­be­trag mit dem Kin­der­geld ver­rech­net.

Gleich­zei­tig ermög­li­chen wir es Kom­mu­nen für die Zeit der Pan­de­mie wei­ter, gemein­schaft­li­ches Mit­tag­essen über das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket (BuT) fle­xi­bel bereit­zu­stel­len, z.B. per Lie­fe­rung nach Hau­se oder Abho­lung, und tra­gen ent­ste­hen­de Mehr­kos­ten. Die erleich­ter­te Ver­mö­gens­prü­fung beim Kin­der­zu­schlag wird noch bis zum Jah­res­en­de ver­län­gert. Wenn die Schu­len geschlos­sen sind und Distanz­un­ter­richt statt­fin­det, brau­chen alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler für die Teil­nah­me geeig­ne­te digi­ta­le End­ge­rä­te. Kin­der aus hil­fe­be­dürf­ti­gen Fami­li­en dür­fen dann nicht im Nach­teil sein. Wenn ihnen kein digi­ta­les End­ge­rät zur Ver­fü­gung steht, das ihnen die Teil­nah­me am Distanz­un­ter­richt ermög­licht, kön­nen sie nun beim Job­cen­ter einen Zuschuss erhal­ten. Das Job­cen­ter kann die Kos­ten im Ein­zel­fall als Mehr­be­darf im SGB II in Höhe von bis zu 350 Euro aner­ken­nen.

Wir schüt­zen Künstler*innen und Krea­ti­ve

Für Krea­tiv­schaf­fen­de, Künst­le­rin­nen und Künst­ler, Publi­zis­tin­nen und Publi­zis­ten bedeu­ten die erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen des öffent­li­chen Lebens infol­ge der Coro­na-Pan­de­mie und die anhal­ten­de wirt­schaft­li­che Kri­sen­si­tua­ti­on im Kunst- und Kul­tur­be­reich nach wie vor beson­de­re Belas­tun­gen, die bis weit in das lau­fen­de Jahr rei­chen wer­den. Dar­um stellt der Bund im Rah­men des Pro­gramms „Neu­start Kul­tur“ eine wei­te­re Mil­li­ar­de Euro für Kul­tur­schaf­fen­de bereit. Damit außer­dem nicht pan­de­mie­be­dingt ein bestehen­der Ver­si­che­rungs­schutz in der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung ver­lo­ren geht, wur­de die jähr­li­che Min­dest­ein­kom­mens­gren­ze von 3.900 Euro im Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz schon für das Jahr 2020 aus­ge­setzt. Die­se gesetz­li­che Rege­lung über­tra­gen wir nun mit dem Sozi­al­schutz­pa­ket III auch auf das Jahr 2021.