Parlamentarische Initiative zum Wesel-Datteln-Kanal Marode Infrastruktur gefährdet Marler Chemiestandort

Weil sich der hei­mi­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Cars­ten Löcker wegen des maro­den Wesel-Dat­teln-Kanals um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Mar­ler Che­mie­stand­or­tes in der Zukunft sorgt, hat er nun gemein­sam mit sei­ner SPD-Frak­ti­on einen Antrag zu die­sem The­ma im Land­tag auf den Weg gebracht.

Der Wesel-Dat­teln-Kanal ist 60 km lang und ist als Bin­nen­was­ser­stra­ße von emi­nen­ter Bedeu­tung für das Ruhr­ge­biet. Er ver­bin­det so u.a. den Che­mie­stand­ort Marl mit dem Rhein sowie der Über­see und sichert zudem die Belie­fe­rung des Koh­le­kraft­wer­kes Dat­teln mit Import­koh­le ab.

Unstrei­tig sind die Schleu­sen­kam­mern auf dem Kanal aus den 1930er-Jah­ren ver­schlis­sen und müs­sen grund­er­neu­ert wer­den. Zu nied­ri­ge Brü­cken behin­dern zudem den mög­li­chen Schiffs­trans­port. Auf­grund maro­der Nischen­pol­ler kann nur noch ein Schiff statt bis­her zwei geschleust wer­den. Zusätz­lich muss­ten die Füll- und Ent­lee­rungs­ge­schwin­dig­kei­ten der Schleu­sen­kam­mern her­ab­ge­setzt wer­den. „Die Trans­port­ka­pa­zi­tä­ten wer­den somit hal­biert.“, so der Abge­ord­ne­te Löcker ent­setzt.

Bei der Fra­ge der not­wen­di­gen Sanie­rung geht es um nicht weni­ger als um die lang­fris­ti­ge Siche­rung guter Jobs in Marl sowie die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Wirt­schafts­stand­or­tes auch in der Zukunft. Daher ist sofor­ti­ges Han­deln erfor­der­lich!“, so Löcker in deut­li­chen Wor­ten. Über eine „hoch­pro­ble­ma­ti­sche Situa­ti­on“ spricht eben­so Chris­ti­an Kull­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Evo­nik, in sei­nem Brief an den Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er und bit­tet die­sen um „drin­gen­de Abhil­fe.” Der Antrag auf Initia­ti­ve von Cars­ten Löcker möch­te den Land­tag u.a. beschlie­ßen las­sen, die Lan­des­re­gie­rung auf­zu­for­dern, (1). dar­auf ein­zu­wir­ken, dass die Per­so­nal­si­tua­ti­on sich bei der für NRW zustän­di­gen Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung ver­bes­sert, (2.) schnellst­mög­lich die erfor­der­li­chen Pla­nungs- und Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen fer­tig zu stel­len sowie (3.) gegen­über dem Bund dar­auf zu drin­gen, ekla­tan­ten Schä­den am Wesel-Dat­teln-Kanal ande­ren Pro­jek­ten vor­zu­zie­hen.

Finan­zi­el­le Mit­tel für die drin­gend nöti­gen Sanie­run­gen ste­hen zur Ver­fü­gung. Die Lan­des­re­gie­rung steht hier in der in der Pflicht, dies jedoch auch per­so­nell und pla­ne­risch umzu­set­zen. Die Untä­tig­keit der Regie­rung wird auf dem Rücken der Beschäf­tig­ten am Mar­ler Che­mie­stand­ort aus­ge­tra­gen. Das ist nicht hin­nehm­bar. Ich erwar­te daher zügi­ges Han­deln!“, so der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Cars­ten Löcker in sei­nem Appell.