NRW-Landesregierung treibt Städte und Gemeinden in die Verschuldung“ Carsten Löcker MdL und Michael Groß MdB

Durch die Coro­na-Pan­de­mie bre­chen im Land die Steu­er­ein­nah­men ein. Das wirkt sich auch auf die Finanz­mit­tel aus, aus denen die Städ­te und Gemein­den jedes Jahr vom Land finan­zi­el­le Zuwei­sun­gen erhal­ten.

In der Sum­me steht dem Land für das soge­nann­te Gemein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz 2021, mit dem die Gel­der an die Kom­mu­nen ver­teilt wer­den, rund eine Mil­li­ar­de Euro weni­ger aus eige­nen Steu­er­ein­nah­men zur Ver­fü­gung als von den Kom­mu­nen ursprüng­lich geplant wor­den ist.

Das ent­spricht genau der Sum­me, die wir bereits im Mai pro­gnos­ti­ziert haben“, sagt dazu der hie­si­ge Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Cars­ten Löcker aus Her­ten, zu des­sen Wahl­kreis auch Marl gehört. Die SPD-Frak­ti­on im Land­tag NRW hat­te mit Blick auf die zu erwar­ten­den Ein­nah­me­ein­brü­che ein Gut­ach­ten bei dem renom­mier­ten Finanz­pro­fes­sor Mar­tin Jun­kern­hein­rich in Auf­trag gege­ben, der exakt die Sum­me ermit­tel­te, um die die Ein­nah­men nun nied­ri­ger aus­fal­len.

Seit Mai for­dern wir die Lan­des­re­gie­rung des­halb kon­ti­nu­ier­lich auf, die feh­len­den Gel­der aus dem Coro­na-Ret­tungs­schirm des Lan­des auf­zu­sto­cken. Dem haben sich Minis­ter­prä­si­dent Laschet und sei­ne Kom­mu­nal­mi­nis­te­rin Ina Schar­ren­bach nun aber end­gül­tig ver­wei­gert“, so Cars­ten Löcker MdL und Micha­el Groß MdB.

Zwar will die Lan­des­re­gie­rung die feh­len­de Sum­me im Gemein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz, mit dem die Steu­er­mit­tel auf die Kom­mu­nen ver­teilt wer­den, auf­sto­cken. Nach Vor­stel­lung der Lan­des­re­gie­rung soll die feh­len­de Mil­li­ar­de den Kom­mu­nen aller­dings ledig­lich als Kre­dit gewährt wer­den.

Die Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung auf die Finanz­pro­ble­me der Städ­te und Gemein­den lau­tet also: wei­te­re Schul­den für unse­re Kom­mu­nen. Und das bei einer ohne­hin schon vor­han­de­nen Ver­schul­dung von Her­ten und Marl mit Kas­sen­kre­di­ten in Höhe von 264 Mio € in Her­ten und 103 Mio € in Marl. Wir brau­chen drin­gend struk­tu­rel­le Hil­fen und eine Alt­schul­den­lö­sung für unse­re Städ­te und Gemein­den“, so Micha­el Groß, der zu Marl und Her­ten noch die Städ­te Oer Erken­schwick, Hal­tern am See und Dat­teln im Bun­des­tag ver­tritt, die eben­so deut­lich ver­schul­det sind: OE 128 Mio €, Dat­teln 78 Mio € und Hal­tern am See 60 Mio €.

Anstatt das bestehen­de Schul­den­pro­blem der NRW-Kom­mu­nen mit lan­des­weit ins­ge­samt über 21,6 Mil­li­ar­den Euro Kas­sen­kre­di­ten end­lich durch eine Alt­schul­den­lö­sung anzu­ge­hen, wür­den auf den rie­si­gen Schul­den­berg der Städ­te und Gemein­den nur wei­te­re dicke Schip­pen drauf gesat­telt, erläu­tern die Abge­ord­ne­ten Löcker und Groß „Wir for­dern die Lan­des­re­gie­rung erneut auf, unse­re Kom­mu­nen unter den Coro­na-Ret­tungs­schirm zu neh­men und sie mit ech­ten Finanz­hil­fen zu unter­stüt­zen anstatt sie immer wei­ter in die Ver­schul­dung zu trei­ben. Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz hat ein ent­spre­chen­des Ange­bot unter­brei­tet, die aktu­el­le Lan­des­re­gie­rung ist nur nicht an einer Lösung inter­es­siert.“