Mauschelt die Landesregierung bei den Stauzahlen? Kleine Anfrage der Abgeordneten Löcker und Ott

Anläss­lich der Ple­nar­de­bat­te vom 24. Janu­ar 2019 ist im Rah­men der Aktu­el­len Stun­de zu den Stau­zah­len in NRW für das Jahr 2018 deut­lich gewor­den, dass das The­ma für die Lan­des­re­gie­rung sehr unan­ge­nehm ist.

Die CDU hat im Land­tags­wahl­kampf 2017 mit dem Slo­gan „Bewe­gung wäh­len – Weg mit den Staus in NRW“ gewor­ben. Im CDU-Wahl­pro­gramm für 2017 bis 2022 fin­det sich der Satz: „Wir wer­den das Stau­auf­kom­men nach­hal­tig sen­ken.“ Ähn­li­che Wahl­kampf­aus­sa­gen gibt es auch von der FDP. Damit wur­de gegen­über vie­len gut­gläu­bi­gen Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern der Ein­druck erweckt, dass die schwarz-gel­be Lan­des­re­gie­rung die Stau­be­kämp­fung zum Woh­le der Auto­fah­rer wirk­sam vor­an­trei­ben wer­de.

Dem­ge­gen­über hat Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Hen­drik Wüst (CDU) nach Infor­ma­tio­nen des WDR schon kurz nach der Wahl am 11.07.2017 zum The­ma erklärt: „Ich kann nicht ver­spre­chen, dass es in die­ser Wahl­pe­ri­ode bes­ser wird … Es gibt kei­ne Bau­stel­le ohne Stau.“

Die­ser offen­kun­di­ge Wider­spruch legt die Ver­mu­tung nahe, dass es sich um einen Wäh­ler­be­trug han­delt, weil die Öffent­lich­keit hin­ters Licht geführt wur­de. Nun­mehr ist die Lan­des­re­gie­rung annäh­rend 24 Mona­te im Amt. Die Ent­wick­lung der Staus im Jahr 2018 wur­de mit gro­ßem Inter­es­se erwar­tet.

Vor die­sem Hin­ter­grund bit­ten wir die Lan­des­re­gie­rung um die Beant­wor­tung fol­gen­der Fra­gen:

  1. Aus­weis­lich eines Pres­se­be­rich­tes der Rhei­ni­schen Post vom 2. Janu­ar 2019 hat das Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um noch vor dem Jah­res­wech­sel über Stau­zah­len für 2018 berich­tet. Wann und wie wur­den die­se Stau­zah­len an die Medi­en gege­ben?
  2. War­um ent­hielt die Infor­ma­ti­on für 2018 nur Zah­len für die ers­ten elf Mona­te des Jah­res und kei­ne Zah­len für den Monat Dezem­ber, der erfah­rungs­ge­mäß sehr stau­reich ist?
    1. Wie die Lan­des­re­gie­rung vor­ge­tra­gen hat, basiert ihre Erfas­sung der Staus in NRW auf rund 2.500 Induk­ti­ons­schlei­fen, die in den Fahr­bah­nen lie­gen. Ist es rich­tig, dass davon nur jeweils rund 80 % im Ein­satz sind, wäh­rend der Rest aus ver­schie­de­nen Grün­den aus­fällt?
    2. Hin­sicht­lich der Bau­stel­len, von denen es laut Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um rund 250 bis 350 pro Jahr gibt, besteht eben­falls Fra­ge­be­darf: Sind die­se Bau­stel­len durch­ge­hend mit Induk­ti­ons­schlei­fen aus­ge­stat­tet bzw. sind die­se auch wäh­rend der Bau­zeit in Betrieb?
    3. Sind die Stau­wer­te im Nah­be­reich der Lever­ku­se­ner Rhein­brü­cke in die Stau­bi­lanz 2018 der Lan­des­re­gie­rung ein­ge­flos­sen?

    Jochen Ott Cars­ten Löcker